Baden-Württemberg war 2025 ein Magnet für innovative Unternehmen und wegweisende Technologien. Als industrielle Spitzenregion mit erstklassigen Forschungseinrichtungen und einem lebendigen Start-up-Ökosystem bot die THE LÄND ideale Voraussetzungen für Investitionen in Schlüsseltechnologien wie autonome Mobilität, Mikroelektronik und Robotik. Vier große Investitionsprojekte im vergangenen Jahr zeigen die Attraktivität von Baden-Württemberg für zukunftsorientierte Unternehmen und stärken seine Stellung als europäisches Zentrum für Innovation und Technologie. Als One-Stop-Agency des Landes begleitete Baden-Württemberg International (BW_i) drei dieser Unternehmen bei ihrem Schritt in den deutschen Südwesten, stellte maßgeschneiderte Informationen bereit, unterstützte bei der Standortwahl und vermittelte entscheidende Kontakte für einen erfolgreichen Start in der Region.
Imec wählt THE LÄND als Standort für den Advanced Chip Design Accelerator
Imec, ein weltweit führendes Forschungs- und Innovationszentrum für Nanoelektronik und digitale Technologien aus Belgien, veröffentlichte im März seine Pläne, ein Advanced Chip Design Accelerator (ACDA) am Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI) in Heilbronn anzusiedeln. Die Entwicklung chiplet-basierter Technologien für Anwendungen in der Automobilindustrie soll dort weiter vorangetrieben werden. Mit einer Förderung von 40 Millionen Euro durch das Land Baden-Württemberg und in Zusammenarbeit mit der Fraunhofer-Gesellschaft wird das im Oktober eröffnete neue Kompetenzzentrum modernste Chiplet-, Packaging-, Systemintegrations-, Sensor- und (Edge-)KI-Technologien entwickeln. Die Initiative ermöglicht es sowohl lokalen als auch internationalen Automobilherstellern, die Einführung von Automotive-Chiplets in die Serienproduktion zu beschleunigen. Darüber hinaus wird das Land Baden-Württemberg das Chip-Ökosystem künftig mit zusätzlichen fünf Millionen Euro für die Umsetzung einer Geschäftsstelle sowie einer Anschubfinanzierung der wissenschaftlichen Kooperation im Bereich Chiplet-Technologien unter Federführung der Fraunhofer-Gesellschaft unterstützen.
Der Advanced Chip Design Accelerator ist Teil der Chip-Design-Strategie des Landes Baden-Württemberg und in die Strategie der Europäischen Kommission zur Stärkung der digitalen Souveränität Europas eingebunden. Luc Van den hove, Präsident und CEO von imec sagte bei der Bekanntgabe der Ansiedlung: "Wir sind begeistert, unser Fachwissen und unser globales Partnernetzwerk nach Baden-Württemberg zu bringen – der Wiege der Automobilindustrie in Deutschland. Wir freuen uns auch auf eine intensivere Zusammenarbeit mit Fraunhofer, um unsere sich ergänzenden Kompetenzen zu nutzen und die Grundlage für zukünftige Chiplet-Lösungen zu schaffen. Um die ambitionierten Ziele der Region zu erreichen, werden wir außerdem die Talentförderung in Europa stärken und Ingenieure in enger Zusammenarbeit mit dem lokalen Ökosystem, einschließlich Universitäten, ausbilden. Darüber hinaus wollen wir diese Hochleistungsrechenlösungen auf europäischer Ebene ausrollen, um mit einzigartigen und unverwechselbaren Bausteinen die Innovation in der europäischen Automobilindustrie zu beschleunigen."
Estun Robotics gründet deutschen Hauptsitz in Baden-Württemberg
Im April gab Chinas größter Hersteller von Industrierobotern, Estun, die Eröffnung seines deutschen Hauptsitzes in Schwäbisch Gmünd auf einem ehemaligen Bosch-Gelände bekannt. Auf zunächst 1.000 Quadratmetern für Büro-, Ausstellungs- und Lagerflächen will der Roboterhersteller den Standort peu à peu ausbauen und plant mittelfristig mit rund 25 Beschäftigten. Die neue Niederlassung wird den Vertrieb koordinieren, als zentraler Ansprechpartner für Systemintegratoren dienen und zugleich das Herzstück für Service und Inbetriebnahme bilden.
Als Teil einer der stärksten Industrieregionen Deutschlands ist Schwäbisch Gmünd laut Estun ein idealer Standort mit einer exzellenten Infrastruktur, hochqualifizierten Fachkräften und einer Industrie, die zunehmend auf Automatisierung und Robotik setzt. Und auch das Bosch-Ausbildungszentrum auf demselben Gelände spielt für den chinesischen Roboterhersteller eine wichtige Rolle, denn Estun plant eine enge Zusammenarbeit mit dem Zentrum: „Ziel ist es, dass kein Auszubildender das Gelände verlässt, ohne unsere Roboter und die Robotertechnik zu kennen“, so Gerald Mies, CEO der Estun Robotics Europe AG.
Wayve eröffnet Test- und Entwicklungszentrum nahe Stuttgart
Im März eröffnete das britische Start-up Wayve, ein führender Entwickler von KI-Modellen für autonomes Fahren, ein Test- und Entwicklungszentrum in Leonberg nahe Stuttgart. Mit Unterstützung von BW_i entstand ein Testzentrum, das Erprobungen autonomer Fahrzeuge unter realen Verkehrsbedingungen – selbst bei winterlichen Straßenverhältnissen – ermöglicht. Diese Expansion markiert einen wichtigen Meilenstein für das 2017 gegründete Start-up. Bislang hat das Unternehmen seine KI-Technologie durch umfangreiche Testfahrten in Großbritannien und den USA erfolgreich erprobt und weiterentwickelt. Mit dem neuen Standort im Südwesten Deutschlands wird Wayve nun Teil eines der innovativsten automobilen Ökosysteme der Welt.
Die AV2.0-Software von Wayve ist mit jedem Fahrzeugtyp kompatibel. Damit können Fahrzeuge autonom und kartenlos lernen, was Skalierbarkeit, Sicherheit und Effizienz deutlich steigert. CEO und Co-Founder Alex Kendall betonte, wie wertvoll die Investition in einen der weltweit wichtigsten Automobilmärkte ist: "Mit enormer technischer Kompetenz und einem einzigartigen Ingenieurwesen ist es der perfekte Ort, um die Entwicklung KI-basierter Technologie für automatisiertes Fahren voranzutreiben. Ich freue mich darauf, mit Deutschlands weltweit führenden Automobilherstellern und -zulieferern zusammenzuarbeiten, um den Einsatz sicherer, skalierbarer und serienreifer KI-Software in Fahrzeugen weltweit zu stärken und zu beschleunigen." Die Eröffnung des Testzentrums in Baden-Württemberg stärkt nicht nur die Forschungskapazitäten von Wayve, sondern fördert auch die engere Zusammenarbeit mit lokalen Universitäten, Forschungseinrichtungen und Automobilzulieferern und verankert das Unternehmen damit noch stärker im dynamischen Innovationsnetzwerk der Automobilindustrie in THE LÄND.
Helm.ai siedelt sich in THE LÄND an
Das Start-up Helm.ai aus dem Silicon Valley, ein führender Anbieter von KI-basierter Software für autonomes Fahren, hat im November 2025 seinen Betrieb durch die Eröffnung eines neuen Standorts in Böblingen ausgeweitet. Unterstützt wurde das kalifornische Unternehmen bei der Ansiedlung unter anderem durch BW_i. Mit diesem Schritt unterstreicht Helm.ai die Rolle der Region als Zentrum für Forschung, Entwicklung und Kooperation mit deutschen Automobilherstellern. Mithilfe seiner Deep Teaching™-Technologie trainiert Helm.ai autonome Fahrzeuge mit riesigen Datenmengen ohne teure manuelle Datenkennzeichnung. Der neue Standort stärkt nicht nur die Präsenz des Unternehmens in Europa, sondern ermöglicht vor allem auch den direkten Zugang zu führenden Automobilherstellern, Zulieferern und Forschungsnetzwerken in THE LÄND.
Gegründet 2017 von CEO Vladislav Voroninski, hat Helm.ai bislang über 103 Millionen US-Dollar an Finanzierung erhalten und beschäftigt weltweit mehr als 80 Mitarbeiter. Mit dem neuen Standort kann das Unternehmen seine Forschung und Entwicklung ausbauen, Partnerschaften mit deutschen Automobilherstellern stärken und die Umsetzung sicherer und skalierbarer Technologien für autonomes Fahren in Europa vorantreiben. Wie die Ansiedlung von Wayve, so unterstreicht auch der neue Standort von Helm.ai Baden-Württembergs Bedeutung als Standort für KI-Innovationen in der Automobilbranche und festigt die führende Rolle des Bundeslandes in der Mobilitätswende.
Wir veröffentlichen hier auch regelmäßig Erfolgsgeschichten von Unternehmen, die in THE LÄND angesiedelt haben. Daneben erfahren Sie auf unserem LinkedIn-Kanal mehr über EXPÄND INTO THE LÄND.